Für Eilige: Ruppichteroth im Zeitraffer

Ruppichteroth

Die Einwohnerzahl Ruppichteroths liegt bei rund 10.700 Bürgerinnen und Bürgern. Während der kommunalen Neuordnung des Großraumes Bonn wurden die beiden Gemeinden Ruppichteroth und Winterscheid zur neuen Gemeinde Ruppichteroth vereinigt.

Ruppichteroth ist ein lebens- und liebenswerter Ort. Es gibt ein reges Gemeindeleben. Das ist auch den Aktivitäten der vielen Vereine vor Ort zu verdanken. Handel und Gewerbe sind durch zahlreiche Unternehmen der verschiedensten Branchen vertreten, die an der wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde einen erheblichen Anteil haben. Viele Beschäftigte allerdings sind Pendler, was durch die räumliche Nähe des Ballungsgebiets Köln-Bonn begünstigt wird.

Aufgrund der landschaftlichen attraktiven Lage gewinnt in der Gemeinde Ruppichteroth der Tourismus steigende Bedeutung. Zusammen mit den Kommunen Lohmar, Much und Neunkirchen-Seelscheid fördert die Gemeinde Ruppichteroth den 2009 gegründeten Touristikverein Bergischer Rhein-Sieg-Kreis. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Region bergisch4 touristisch zu entwickeln und zu vermarkten. Der Verein, die Verwaltung, die Akteure vor Ort und ein professionelles Standortmarketing durch eine Agentur arbeiten gemeinsam an diesem Ziel.

Der Anfang ist gemacht: Im Oktober 2011 konnte der Touristikverein seine Gästebroschüre mit Gastronomie- und Übernachtungsverzeichnis der Öffentlichkeit vorstellen. Hotels, Gaststätten und Privatpensionen warten auf ihre Gäste: Sie bieten Erholung und Entspannung vom Alltag. Eine ganze Reihe von Sportmöglichkeiten und Freizeiteinrichtungen stehen Interessierten zur Verfügung. Die Region lädt zu aktiver Erholung ein. Wandern, Radfahren, Reiten oder Drachenfliegen – für jeden Geschmack und jede Kondition kann Ruppichteroth etwas bieten.

Blick in die Geschichte
Ruppichteroth wurde 843 erstmals erwähnt und blickt somit auf eine lange Vergangenheit zurück. Nach dem Vertrag von Verdun 843 gehörte die Bauernschaft Ruppichteroth zum Auelgau. Bei der späteren Neugliederung kam das Amt Blankenberg – zu dem Ruppichteroth damals gehörte – in der Mitte des 15. Jahrhunderts zur Grafschaft bzw. zum Herzogtum Berg. Während der französischen Neuordnung des Rheinlandes zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Amt aufgelöst. Das Amt Blankenberg fiel an das Herzogtum Cleve. Napoleons Schwager Joachim Murat wurde als Herzog eingesetzt, das Herzogtum selbst kurz danach zum Großherzogtum erhoben. 1806 bzw. 1808 wurde das Kirchspiel Ruppichteroth mit dem Kirchspiel Winterscheid zur Munizipalität (administrative Gemeindestruktur unter Napoleon) Ruppichteroth zusammengelegt, die dem Verwaltungsbezirk Eitorf unterstellt war.

1814 wurde die Bürgermeisterei Ruppichteroth der Verwaltung Preußens unterstellt. Die Preußen bildeten den Kreis Uckerath – aus den acht Bürgermeistereien Hennef, Herchen, Lauthausen, Much, Neunkirchen, Ruppichteroth, Eitorf und Uckerath. 1830 hatte Ruppichteroth 3.848 Einwohner. Es gab die beiden Rittersitze Junkersaurenbach und Burg Herrnstein. Burg Herrnstein besteht bis heute.

Wirtschafte Entwicklung
Die Landwirtschaft bildete Jahrhunderte lang die Haupterwerbsquelle der Gemeinde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Wirtschaftsleben gekennzeichnet durch jeweils drei Getreide- und Ölmühlen, eine Ziegelei, drei Kalkbrennerhütten und eine Eisenhütte, zwei Kaufläden, zwei Gasthöfe und 30 Schenken. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Gemeinde Ruppichteroth einen wirtschaftlichen Aufschwung aufgrund der Erzgruben in der Nähe des Ortsteils Ruppichteroth. Diese Betriebe beschäftigten, gemessen an den damaligen Verhältnissen, eine erhebliche Anzahl an Arbeitskräften. Zum Transport der gewonnenen Erze wurde eine Eisenbahn (Rhein-Sieg-Eisenbahn) von Hennef bis nach Schönenberg und von dort weiterführend in das Saurenbachtal gebaut. Diese Bahn wurde später bis Ruppichteroth und Waldbröl verlängert.

Aufgrund der geringen Ergiebigkeit wurden die Erzgruben nach 1870 stillgelegt. Diese Maßnahme hatte weit reichende wirtschaftliche Folgen, denn die Beschäftigungsmöglichkeiten wurden dadurch auf die Landwirtschaft und die Arbeit in den Kalkbrüchen bei Schönenberg und Ruppichteroth beschränkt. Viele Arbeiter waren gezwungen, an weit entfernt liegenden Arbeitsplätzen Arbeit zu suchen. Allerdings ermöglichte ihnen die inzwischen auch auf Personenverkehr umgestellte Rhein-Sieg-Eisenbahn, die notwendige Mobilität.

Die Industrie fasste erst spät in der Gemeinde Ruppichteroth Fuß. Aus einem 1889 in Ruppichteroth gegründeten Handelsgeschäft in Schlössern und Beschlägen entwickelten sich im Laufe der Zeit zwei Betriebe, die lange die größten Arbeitgeber vor Ort waren. Heute sind Handel und Gewerbe durch zahlreiche Unternehmen der verschiedensten Branchen vertreten.